Skip to main content
×
×
Home
  • Print publication year: 2010
  • Online publication date: August 2011
  • First published in: 1897

Kapitel XXX - Die Modi in den übrigen Sprachen

Summary

Ergebnis der bisherigen Untersuchung

Aus der bisherigen Darstellung lässt sich folgendes Ergebnis ziehen:

Der Injunktiv ist ursprünglich nicht eine bestimmte Form des Verbums, sondern ein Konstruktionstypus, nämlich die Verbindung der Prohibitivnegation mit dem augmentlosen Indikativ des Aorists. Es wird dadurch der mögliche Gedanke des Eintretens einer Handlung abgewiesen (etwa: man soil nicht sagen dürfen ‘es ist geschehen’). Im Anschluss an den negativen entstand sodann ein positiver Typus von imperativisch-konjunktivisch-optativischem Sinne. Dieser Typus ging schon in der Ursprache auch auf das Präsenssystem über und vereinigte sich dort mit dem Imperativ.

Der Imperativ war ursprünglich eine ohne Bezeichnung der gemeinten Person ausgesprochene Aufforderung (Befehl, Bitte), der die Verwirklichung nach der Absicht des Sprechenden folgen sollte. Dazu kam schon in der Ursprache die Form auf tōd, durch welche die Ausführung in einem bestimmten Zeitpunkt der Zukunft in's Auge gefasst wurde. In negativen Sätzen kam der Imperativ nicht vor. Dafür diente der Injunktiv

Die beiden übrigen Modi enthalten eine Stimmung des Redenden.

Der Konjunktiv bezeichnet den Willen des Redenden. Er unterscheidet sich von dem Imperativ dadurch, dass er eine Absicht ausdrückt, deren Verwirklichung unter gewissen Umständen erfolgend gedacht wird, von dem Indikativ des Futurums dadurch, dass er vorwiegend die Absicht des Sprechenden, dieser aber vorwiegend die Voraussicht bezeichnet.

Der Optativ bezeichnet den Wunsch des Redenden. An den wünschenden Optativ schliessen sich zwei abgeleitete Typen, der präskriptive und der potentiale.

Recommend this book

Email your librarian or administrator to recommend adding this book to your organisation's collection.

Vergleichende Syntax der indogermanischen Sprachen
  • Online ISBN: 9780511706578
  • Book DOI: https://doi.org/10.1017/CBO9780511706578
Please enter your name
Please enter a valid email address
Who would you like to send this to *
×