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Wir haben bisher fast nur die nachteiligen wirkungen der isolierung ins auge gefasst. Sie erschien uns als eine zerstörende kraft, als die feindin aller ordnung und zweckmässigkeit. Man würde aber sehr irren, wenn man ihre bedeutung für die sprachgeschichte nur in dieser negativen seite sehen wollte. Sie hat vielmehr auch einen entschieden positiven wert, ja sie ist ganz unentbehrlich für jede höhere entwickelung. Aller fortschritt, der über die primitivsten anfänge der sprachtätigkeit hinaus gemacht wird, ist nur so möglich, dass mittelbare psychische verbindungen allmählig zu unmittelharen werden. Damit aber ist der ansatz gemacht das neuangeknüpfte gegen das mittelglied in unserem sinne zu isolieren. Die heilsamkeit dieser isolierung liegt auf der hand. Wie entsetzlich hemmend wäre es, wenn jeder einzelne, um einen ausdruck für seine gedanken zu finden oder die rede eines andern zu verstehen, immer die ganze kette von zwischengliedern zu durchlaufen hätte, die in der historischen entwickelung durchlaufen ist, bevor gerade die und die beziehung zwischen lautgestalt und bedeutung zu stande kam. Oder vielmehr wie wäre es überhaupt möglich gewesen eine so lange kette zu durchlaufen, wie es vielfach geschehen ist? Würde nicht vielmehr die entwickelung sehr bald zum stillstand gekommen sein, weil die psychischen kräfte zu einer verlängerung der kette nicht ausgereicht hätten?
Der fördernde einfluss der isolierung zeigt sich zunächst in der entwickelung der wortbedeutung. Die mannigfaltigkeit der dem menschen sich nach und nach aufdrängenden vorstellungen ist eine unbegrenzte.
Es ist von fundamentaler bedeutung für den geschichtsforscher, dass er sich umfang und natur des gegenstandes genau klar macht, dessen entwickelung er zu untersuchen hat. Man hält das leicht für eine selbstverständliche sache, in bezug auf welche man gar nicht irre gehen könne. Und doch liegt gerade hier der punkt, in welchem die sprachwissenschaft die versäumniss von decennien eben erst anfängt nachzuholen.
Die historische grammatik ist aus der älteren bloss descriptiven grammatik hervorgegangen, und sie hat noch sehr vieles von derselben beibehalten. Wenigstens in der zusammenfassenden darstellung hat sie durchaus die alte form bewahrt. Sie hat nur eine reihe von descriptiven grammatiken parallel an einander gefügt. Das vergleichen, nicht die darlegung der entwickelung ist zunächst als das eigentliche charakteristikum der neuen wissenschaft aufgefasst. Man hat die vergleichende grammatik, die sich mit dem gegenseitigen verhältniss verwandter sprachfamilien beschäftigt, deren gemeinsame quelle für uns verloren gegangen ist, sogar in gegensatz zu der historischen gesetzt, die von einem durch die überlieferung gegebenen ausgangspunkte die weiterent-wickelung verfolgt. Und noch immer liegt vielen sprach-forschern und philologen der gedanke sehr fern, dass beides nur einunddieselbe wissenschaft ist, mit der gleichen aufgabe, der gleichen methode, nur dass das verhältniss zwischen dem durch überlieferung gegebenen und der combinatorischen tätigkeit sich verschieden gestaltet. Aber auch auf dem gebiete der historischen grammatik im engeren sinne hat man die selbe art des vergleichens angewandt: man hat descriptive grammatiken verschiedener perioden an einander gereiht.