ZusammenfassungDie neuere Forschung hat den Beitrag, den gemeinnützige Organisationen zum sozialen Kapital und zur ökonomischen und politischen Entwicklung leisten, ausreichend dokumentiert. Aufgrund eines unübersehbaren Mangels an grundlegenden Vergleichsdaten bleibt jedoch die Frage, was genau es ist, das die Entstehung solcher Organisationen erlaubt, weit davon entfernt, entschieden zu sein. Dieser Artikel versucht dem Abhilfe zu schaffen, indem fünf existierende Theorien über den gemeinnützigen Sektor im Vergleich zu Daten getestet werden, die in acht Ländern als Teil des, Johns Hopkins Comparative Non-profit Sector Project erhoben wurden. Die fünf Theorien sind: (a) die Theorie des Regierungsversagens/Marktversagens, (b) die angebotsseitige Theorie, (c) Theorien des Vertrauens, (d) die Wohlfahrtsstaatstheorie und (e) die Interdependenztheorie. Der Artikel betrachtet keine dieser Theorien als adäquat, um die Variationen unter Ländern hinsichtlich der Größe, der Zusammensetzung oder der Finanzierung des gemeinnützigen Sektors zu erklären. Auf dieser Grundlage wird ein neuer theoretischer Ansatz vorgeschlagen—der Ansatz sozialer Ursprünge, der sich auf breitere soziale, politische und ökonomische Beziehungen konzentriert, um die Muster der Entstehung des gemeinnützigen Sektors in verschiedenen Ländern zu erklären. Indem er diese Theorie anwendet, identifiziert der Artikel vier Wege der Entwicklung des, Dritten Sektors (der liberale, der sozialdemokratische, der korporatistische und der statische Weg), wobei jeder mit einer bestimmten Konstellation von Klassenbeziehungen und Mustern der Staat-Gesell- schaft-Beziehungen assoziiert wird. Daraufhin wird diese Theorie im Vergleich zu den Daten aus dem Acht-Länder-Vergleich getestet. Es wird festgestellt, daß sie dabei hilft, Anomalien, die von den vorherrschenden Theorien nicht erklärt werden, einen Sinn zu geben.