Hostname: page-component-6766d58669-tq7bh Total loading time: 0 Render date: 2026-05-22T07:31:53.989Z Has data issue: false hasContentIssue false

Thomas Manns Goethebild

Published online by Cambridge University Press:  02 December 2020

Bernhard Blume*
Affiliation:
Mills College

Extract

Thomas Mann hat einmal, ein Wort Adalbert Stifters auf sich anwendend, gesagt: “Ich bin kein Goethe; aber ein wenig, irgendwie, von weither, bin ich . . . von seiner Familie.“ Gerade wenn man sich klar macht, mit welch großem Recht Stifter dies von sich sagen durfte, wird man zunächst zögern, für Thomas Mann denselben Anspruch auf Verwandtschaft zuzugeben. In den großen Rechenschaftsberichten, in denen Thomas Mann sich selbst um Klärung seiner geistigen Abstammung bemüht hat, den “Betrachtungen eines Unpolitischen” etwa, oder dem “Lebensabriß,” ist es auch keineswegs der Name Goethes, von dem er seine Herkunft ableitet; es sind drei andere, die beständig wiederkehren: Schopenhauer, Wagner und Nietzsche. Sie dienen ihm als Symbol für seine großen Themen und Leitmotive, für das ihm Angeborene und Mitgegebene, für Substanz und Erbschaft, für seine Natur: die tiefe “Sympathie mit dem Tode” die dionysische Verführung der Musik, die dichterische Kritik des Lebens.

Information

Type
Research Article
Information
PMLA , Volume 59 , Issue 1 , March 1944 , pp. 261 - 290
Copyright
Copyright © Modern Language Association of America, 1944

Access options

Get access to the full version of this content by using one of the access options below. (Log in options will check for institutional or personal access. Content may require purchase if you do not have access.)

Article purchase

Temporarily unavailable