To save content items to your account,
please confirm that you agree to abide by our usage policies.
If this is the first time you use this feature, you will be asked to authorise Cambridge Core to connect with your account.
Find out more about saving content to .
To save content items to your Kindle, first ensure no-reply@cambridge.org
is added to your Approved Personal Document E-mail List under your Personal Document Settings
on the Manage Your Content and Devices page of your Amazon account. Then enter the ‘name’ part
of your Kindle email address below.
Find out more about saving to your Kindle.
Note you can select to save to either the @free.kindle.com or @kindle.com variations.
‘@free.kindle.com’ emails are free but can only be saved to your device when it is connected to wi-fi.
‘@kindle.com’ emails can be delivered even when you are not connected to wi-fi, but note that service fees apply.
Vergeblich hat man sich bisher bemüht, zwischen Thukydides und dem einzigen documente übereinstimmung zu schaffen, das aus der processlitteratur des revolutionsjahres 411 erhalten ist. jetzt klären das die urkunden auf, die bei Aristoteles stehn, und die ich mit den I 101 ffg. Gewählten nummern bezeichnen will, A der beschluss des Pythodoros, B der der συγγϱαφῆς, C der der ἑκατόν.
Der redner für Polystratos sagt von diesem, dass er von den phyleten zum mitgliede der vierhundert gewählt war (2), dass er καταλογεύς war (13), und besonders 14 οὗτος οὔτε ὀμόσαι ἤϑελεν οὔτε καταλέγειν ἀλλʾ αὐτὸν ἠνάγκαζον ἐπιβολὰς ἐπιβάλλοντες καὶ ζημιοῦντες ἐπεὶ δʾ ἠναγκάσϑη καὶ ὤμοσε τὸν ὅϱκον, ὀκτὼ ἡμέϱας εἰσελϑὼν εἰς τὸ βονλεντήϱιον ἐξέπλει εἰς Ἐϱέτϱιαν καὶ ἐδόκει ἐκεῖ τὴν Ψυχὴν οὐ πονηϱὸς εἶναι ἐν ταῖς ναυμαχίαις καὶ τετϱωμένος καὶ τετϱωμένος δεῦϱʾ ἦλϑε καὶ ἤδη μετεπεπτώκει τὰπϱάγματα. hält man dazu den schlusspassus Bb, wo die bestellung der καταλογῆς durch die phyleten vorgeschrieben wird, welche ihres amtes walten sollen ὀμόσαντες καϑʾ ἱεϱῶν τελείων, so leuchtet unmittelbar ein, dass der erwahnte dem καταλέγειν vorhergehende eid eben der in dem volksbeschlusse geforderte ist, dass also die phyle Leontis den Polystratos von Deirades zum καταλογεύς erwählt hat. das war etwa im munichion des Kallias. aber mit dem eidschwur lasst der redner den eintritt in den rat zusammenfallen, denn 8 tage darauf geht Polystra tos nach Eretria ab. es ist undenkbar unter dem hier erwähnten eide einen anderen als zwei zeilen vorher zu verstehen: also ist es nicht der ratsherreneid. undenkbar ist es auch, in Polystratos einen ersatzmann für irgend einen verstorbnen der 400 (etwa seinen nachbarn Phrynichos von Deirades) zu sehen, undenkbar seine abfahrt nach Eretria mit der des Thymochares und seiner flotte gleichzusetzen (Thuk. 8,93), der ja erst ende metageitnion des Theopompos ausfuhr.
Aristoteles schildert uns den Areopag vor Solon und unter Solon mehrfach als die eigentlich massgebende behörde, aber in ziemlich allgemeinen wendungen, so dass wir zunächst nicht viel weiter zu kommen scheinen. die vormacht des Areopages, die er für die jahre 480–462 angibt, ist eine effective, nicht durch eine verfassungsänderung ihm neu verliehene. Ephialtes nimmt ihm diese macht durch bestimmte gesetze deren stelen die dreissig umreissen (35, 2): damals sind also ganz be stimmte competenzen dem Areopage entzogen. Aristoteles bezeichnet sie als ἐπιθετα in übereinstimmung mit der officiellen terminologie), im gegensatze zu den πατϱια, die dem rate blieben, d. h. dem blutgerichte. daraus ergibt sich zunächst ein vollkommener widerspruch. entweder Ephialtes hat dem Areopage nur ἐπιθετα genommen, dann gehöte was er ihm nahm nicht zu seinen ursprtinglichen rechten. er nahm ihm die eigentlich politische macht: also kann diese nicht ursprünglich gewesen sein, also kann der Areopag nicht ϕὑλαζ ϰαι ἐπισϰоππоς τησv πоλιτείας gewesen sein, wie doch cap. 3 u. s. w. steht. oder aber diese nachricht ist richtig, dann hat Ephialtes dem Areopag πάτϱιαund nicht ἐπίθετα genommen. von diesem widerspruche können wir den Aristoteles nicht befreien. aber wol können wir ihn als einen für die officielle geschichte Athens schlechthin unvermeidlichen erkennen. die partei des Ephialtes hat gesiegt, und sie hat selbstverständlich sich nicht selbst als revolutionär betrachtet, musste also was sie dem Areopag nahm als von rechtswegen diesem gar nicht zustehend bezeichnen, so dass sie nur einen übergriff beseitigt hätte.
Der geschichtliche teil des buches erhält seinen abschluss durch die aufzählung der elf verfassungen (41), an sich eine jener langweiligen recapitulationen, an denen die akroamatischen schriften so reich sind, und man möchte auch mit Aristoteles über einzelne seiner ansätze rechten. aber es liegt eine scharfe schweigende kritik der demokratie in der kühlen sachlichkeit, mit der diese liste dem attischen glauben an die continuität der theseisch-solonischen demokratie widerspricht. sehr viel gerechter wurde die kritik freilich sein, wenn Aristoteles dargelegt hätte, wie unendlich viel seit 403 an der verfassung im einzelnen herum-experimentirt war; aber das war ihm bedenklich: hatten doch gerade in den jüngsten zeiten durch Lykurgos die einschneidendsten änderungen stattgefunden, und schwerlich war die verfassung von 330 der von 390 so ähnlich wie die von 460 der von 478. aber hier beschränkt sich Aristoteles darauf, die restaurirte demokratie als eine einheit zu bezeichnen, weil ihre veränderungen sich auf die eine tendenz zurück führen liessen, dass das plenum der volksversammlung und die durch fiction dem plenum gleichgesetzten geschwornengerichte die entscheidung in allem, grossem und kleinem, selbst immer mehr in die hand nahmen: die ἐσχάτη δημοϰϱατία erfüllte immer mehr ihre φύσις, in der sprache der Politik zu reden. an autorität verloren hatte dadurch namentlich der rat, und mit unverholenem hohne erkennt Aristoteles an, dass diese körperschaft es nicht besser verdient hätte, weil sie sich in unredlicher weise beeinflussen liess.
Bisher konnte die analyse des aristotelischen buches von den bekannten und zum teil benannten schriftstellern ausgehn, von denen Aristoteles abhieng, Solon Herodotos Thukydides der attischen chronik, deren berichte sich wesentlich durch ihre qualität kenntlich machten. das wird in der geschichte des fünften jahrhunderts anders. die eine kurze episode, die aus Thukydides stammt, ist erledigt; für die chronik werden wir ausser den daten nur noch ein par sätzchen in anspruch nehmen. im übrigen weht hier ein ganz anderer geist. von 450—411 hören wir urteile statt der tatsachen, über die geschichte der 400 liegen unverarbeitete actenstücke vor, die von 404/3 wild sorgfältig erzählt. es ist also keine einheitlichkeit angestrebt; aber diese art zu schreiben, die ich keinesweges loben will, bietet der analyse von selbst die handhabe, auf verschiedene vorlagen zu schliessen. wir bringen auch für das was wir erwarten können, die einsicht mit, dass Aristoteles oligarchische parteischriften benutzt hat und dass er in der schule Plato ns ansichten und stimmungen aufgenommen hat, die auch unbewusst sein urteil beeinflussen konnten. die analyse selbst hätte ich sehr viel kürzer fassen konnen, wenn nicht die prufung der nachrichten auf ihren objectiven wert bereits an dieser stelle nötig gewesen wäre. denn erst daran dass so überaus viel unwahres oder doch böswillig gefärbtes darin ist, kann man erkennen, wes geistes kind der urheber dieser fälschungen war, und weitere schlüsse auf eine bestimmte person wagen.
Pindaros selbst sagt, dass er für den Alkmeoniden Megakles dichtet. die scholien haben den vatersnamen nicht mitgeteilt und dadurch verschuldet, dass Boeckh, von dem die folgenden abhängen, einen sinnreichen ausweg versuchen konnte, um die übrigen zeugnisse alle verwerten zu können. jetzt steht durch Aristoteles 22 und das ostrakon CIA IV p. 192 fest, dass M∈γαϰλῆς Ἱππоϰϱατоυς Ἀλωπ∈ϰῆϑ∈ν im frühjahr 486 durch den ostrakismos ausgewiesen ist. nimmt man dazu nur die bekannten stellen Herodot VI 125–131, Lysias 14, 39, Ps. Andokides 4, 34, so erhält man mit sicherheit das stemma Megakles der mörder Kylons – Alkmeon und Agariste – Kleisthenes und Hippokrates, ersterer kinderlos, letzterer vater von Megakles aus Alopeke und Agariste der frau des Perikles – Megakles wieder vater eines Megakles, schreibers der schatzmeister Athenas 428/7 und der Deinomache, die vor 452 den Eupatriden Kleinias aus Skambonidai geheiratet hat, dem sie Alkibiades und Kleinias gebar. allerdings hatte man diese ordnung wol fordern sollen, da sie allein Perikles und Alkibiades so nahe mit einander verbindet, wie sie gestanden haben müssen, damit die vormundschaft möglich war. das richtige hat Kirchhoff zu dem ostrakon gesagt, aber verschwiegen, dass ein eben so unzweideutiges zeugnis nunmehr für einfache schwindelei erklärt werden muss: Isokrates 16, 27 nennt den gesetzgeber Kleisthenes ausdrücklich unter den vorfahren desAlkibiades. eben darum hatte Boeckh neben Μεγαϰλῆς Ἱππоϰϱατоνς den schwiegervater des Perikles, einen Μεγαϰλῆς Κλεισϑένоυς als vater der Deinomache gestellt.
Aus seiner oligarchischen quelle hat Aristoteles die specificirte berechnung herübergenommen, dass in Athen 20000 bürger ihren unterhalt durch den staat fanden (24, 3 vgl. I s. 153). er hat dabei vieles einfach hingestellt was im fünften jahrhundert unmittelbar verstündlich war, aber zum teil uns selbst zweifelhaft bleibt, die wir doch die älteren institutionen besser kennen als die Athener der demosthenischen zeit. erschwert wird das urteil durch die verderbnisse und lücken des textes; aber die rechnung ist so merkwürdig, dass ein versuch gemacht werden muss. bequemer ist es freilich, das ganze als ungereimt wegzuwerfen.
Die erste reihe von zahlen ist heil und verständlich; 6000 richter, 1600 schützen, 1200 reiter, 500 ratsherren, 500 werftwächter, 50 burgwächter. die posten steigen vom höheren zum niederen herab und ergeben 9850 mann. die schützen und die reiter beziffert auch Thukydides (2, 13) so hoch; es ist die etatsmässige stärke dieser stehenden truppen. 1200 reiter schliesst, wie Thukydides genauer angibt, die (selbstverständlich bürgerlichen) schützen zu pferde ein; später hat Athen niemals wieder eine so starke cavallerie gehabt, früher aber, als es drei hipparchen gab (CIA IV p. 184) vielleicht eine noch höhere. die schützensind von uns früher mit den gekauften Skythen notwendig verwechselt worden, weil das vierte jahrhundert diese stehende truppe des bürgerheeres nicht mehr kennt; aber jetzt sind die inschriftlichen belege nicht mehr vereinzelt.
Wenn wir nach den quellen der Politie fragen, so geziemt es sich von den gewährsmännern auszugehn die namentlich angeführt werden. das war vermutlich Homer (B 547), um mit der formel δῆμος Ἐϱεχϑῆος das alter der athenischen demokratie zu beweisen (fgm. 2). die verse stammen bekanntlich erst aus der zeit des Peisistratos, aber Aristoteles, der auch die berufung der Athener auf dieselben verse im streite um Salamis anerkennt (Rhet. I 15), hat solche beweise nicht in zweifel gezogen. ein anderes ist, ein solches zeugnis suchen; das wird man ihm nicht leicht zutrauen, das haben vielmehr die Athener zu tun veranlassung und neigung gehabt; er kann dieses citat füglich selbst schon entlehnt haben.
Eine hauptquelle für ihn sind die gedichte Solons gewesen; was er ihnen verdankt, wird das nächste capitel darlegen. es ist praktisch, vorher den einzigen historiker zu betrachten, den er einer namentlichen erwähnung (14, 4) gewürdigt hat, den Herodotos. es liegt darin schon eine bedeutsame anerkennung des grössten historikers, der dem Aristoteles der typus dieser litteraturgattung ist (poet. 9).
Geschichte des Peisistratos
Sein name steht bei einer unwesentlichen einzelheit, der herkunft jener frau, die als Athena den Peisistratos heimführte. die ἔνιοι, deren angabe Aristoteles dem Herodotos entgegenstellt, würden wir noch bestimmt benennen können, wenn nicht die stelle bei Athenaeus, wo der name stand, unheilbar zerstört wäre (XIII 609). es war der name eines Atthidographen, denn Kleidemos steht daneben.
Auf die stimmung, die jeden griechischen brief unbesehens verwarf, ist die entgegengesetzte gefolgt; es ist das jedoch kein fortschritt, denn stimmungen genügen für die wissenschaft nicht. ich brauchte für den prinzenerzieher Aristoteles den fünften brief, wenn er ächt war: deshalb habe ich die sache untersucht, und gerade weil das ergebnis kein einfaches ja oder nein ist, halte ich es für richtig.
Der brief an Dionysios (1) ist durch die rede an Philippos (5,81) so sicher bezeugt, dass man, urn ihn zu verwerfen, die absicht eines fälschers wahrscheinlich machen müsste, der auf grund jener stelle einen brief verfertigt hätte. das ist nicht möglich. es kommt hinzu, dass der brief nur ein sehr schön geschriebenes prooemium enthält, das eine wichtige politische erörterung verspricht. diese zu unterdrücken konnte Isokrates alle veranlassung haben, wenn die politischen ereignisse eine fur ihn unerwünschte wendung genommen hatten, und der sicilische fürst mit der entgegengesetzten politik erfolgreich gewesen war: der fälscher hätte bequem ex eventu schreiben können was ihm passte. der brief nimmt auch auf den Panegyrikos in durchaus angemessener weise bezug (6), etwa wie die rede an Philippos, und wenn die nachteile des briefes gegenüber dem gespräche so behandelt werden (3), dass man die nachwirkung der schönen platonischen kritik (Phaidr. 275) spürt, so spricht das vollends für den verfasser, der trotz aller späteren entfremdung den Phaidros zu viel und zu gerne gelesen hatte, um ihn je zu vergessen.
In dem vertrage, durch den die versöhnung zwischen stadt und hafen 403 herbeigeührt ward, sind die Dreissig, die zehn (d. h. die ersten, zu denen Pheidon, nicht die διαλλαϰταí, zu denen Rhinon gehörte1), die elf und die zehn im Peiraieus von der amnestie ausgenommen, und auch sie nicht, wenn sie rechenschaft ablegen und decharge erhalten. rechenschaft wird abgelegt von den beamten der partei des hafens vor dieser, von denen der städter aber nicht vor diesen, sondern vor den τιμηματα παρεχóμενι. so steht es in dem documente 39, 6. die demokraten des hafens sind sieger, hinter ihnen steht die macht der spartanischen regierung; sie sind bevorzugt, denn sie nehmen ihren beamten selbst die rechenschaft ab. die gegenpartei ist nicht so gönstig gestellt; da werden die richter aus einer classe genommen, sind also sowol städter aus-, wie leute des hafens eingeschlossen. es fragt sich, was heisst τιμηματα παρἐχεσει. oder eigentlich fragt es sich nicht, denn nach, ὅπλα παρἐ-χεσει das Drakon und die 400 und Thukydides so oft gebrauchen, sind es die welche in der lage sind, die τιμηματαzu leisten, zu praestiren, und τιμηματα sind die eingeschätzten stufen des einkommens seit Solon.